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Das Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt in Westdeutschland an der
Grenze zu den Niederlanden und Belgien. Seine Landeshauptstadt
Düsseldorf ist am Rande des Rhein-Ruhr-Gebiets gelegen und befindet sich
damit in der Mitte des zentralen europäischen Wirtschaftsraums. Mit
insgesamt 18 Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das
bevölkerungsreichste deutsche Land.
Entstanden ist Nordrhein-Westfalen ein Jahr nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs in 1946. Es gehörte zur britischen Besatzungszone, die die
drei Provinzen Westfalen, Lippe und Rheinland zu dem heutigen Bundesland
zusammenfasste. Daher zeichnet sich das Bundesland durch ein schwach
ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl aus.
Nordrhein-Westfalen verfügt im Ruhrgebiet über einen wichtigen Rohstoff,
der die Rhein-Ruhr-Region zu einem der führenden wirtschaftlichen
Zentren Europas machte: Kohle. Abgebaut wurde sie bereits im 19.
Jahrhundert, damals förderte sie die Entstehung von Unternehmen wie der
Thyssen- und Krupp-Werke. Als Motor der deutschen Wirtschaft war die
Kohle des Ruhrgebiets in wirtschaftlich schwachen Zeiten eine Stütze,
bis billigere Konkurrenz die vom Markt verdrängte. Sie spielt im
heutigen Welthandel heute nur noch eine untergeordnete Rolle.
Im Ruhrgebiet als größtem industriellen Ballungsraum des Landes, aber
auch in anderen Landesteilen hat sich ein Strukturwandel ergeben.
Nordrhein-Westfalen zeichnet sich mittlerweile durch Maschinen- und
Automobilbau, Elektroindustrie sowie Chemiewerke aus. Diese Entwicklung
machte nicht nur das Ruhrgebiet mit, sie erstreckte sich auch auf andere
Teile und Ballungszentren des Bundeslandes wie Köln und Bonn.
Durch die frühe Ansiedlung der Industrie und die hohe Bevölkerungsdichte
ist das Verkehrsnetz des Bundeslandes dicht und umfassend.
Nordrhein-Westfalen verfügt vor allem im Raum des Ruhrgebiets über ein
Straßennetz, das die Zentren der großen und kleinen Städte und deren
wirtschaftlich wichtige Regionen miteinander verbindet. Etliche der
nordrhein-westfälischen Städte, so etwa Wesel, Duisburg oder Köln, sind
ehemalige Hansestädte und verfügen durch ihre Lage an Rhein oder Ruhr
über Häfen, die für den Verkehr auch heute noch wichtig sind. Das Netz
der öffentlichen Verkehrsmittel zählt ebenfalls zu einem der dichtesten
Deutschlands.
Die großen Städte Nordrhein-Westfalens haben sich nicht nur in der
produzierenden Industrie einen Namen gemacht, sondern auch im Bereich
der Medien und Unterhaltung. Städte des Ruhrgebiets, die
Landeshauptstadt und Köln sind für eine vielfältige Auswahl an Musicals,
Theaterstücken und anderen Aufführungen bekannt. Insbesondere das
Ruhrgebiet hat im Hinblick auf die Anfänge der neuzeitlichen Industrie
viele Sehenswürdigkeit zu bieten und hat sich daraus eine Wirtschaft
aufgebaut. Auffallend an Nordrhein-Westfalen ist, dass sowohl der zweite
als auch der dritte Sektor beide einen etwa gleich großen Anteil am BIP
haben - für eine Industrienation ist das eher ungewöhnlich, es
verdeutlicht allerdings die Bedeutung des Ruhrgebiets, das als Zentrum
der produzierenden Industrie nach wie vor ein wichtiges europäisches
Znetrum geblieben ist.