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Nachteile der Mietwäsche
1. Mietwäsche bleibt fremdes Eigentum
Mietwäsche
bleibt immer fremdes Eigentum. Daher sind Verlust durch Unfälle oder
Diebstahl sowie übermäßiger Verschleiß stets ein Problem. Im eigenen
Haus sollte immer klar sein, dass es nur geliehene Textilien sind, die
sachgerecht behandelt werden müssen. Gemeinsame Inventuren sind
unverzichtbar.
2. Der Verbrauch kann steigen
Wenn
ein Haus von Eigen- auf Mietwäsche umstellt, kann es passieren, das der
Verbrauch trotz gleicher Belegung plötzlich in die Höhe geht. Dies ist
oft dann der Fall, wenn vorher mit sehr wenig Wäsche gearbeitet wurde
und nun wegen der neuen Situation großzügiger mit der Ware umgegangen
wird. Hier ist es wichtig, gesicherte Verbrauchszahlen zu eruieren, um
gegenzusteuern.
3. Vertragliche Bindung
Nicht
unbedingt ein Nachteil, aber ein Punkt der beachtet werden sollte: Eine
vertragliche Bindung sollte auf der einen Seite lang genug sein, um
auch der Wäscherei Planungssicherheit zu geben, auf der anderen Seite
auch Möglichkeiten des Ausstiegs berücksichtigen, falls es etwa bei der
Wäscherei zu anhaltenden Qualitätsproblemen kommt.
4. Die Kalkulationsgrundlagen ändern sich
Alle
Kalkulationen beruhen auf Erwartungen einer gewissen Auslastung und
damit auch eines gewissen Verschleißes. Weiterer Kostentreiber ist zum
Beispiel die Anfahrtshäufigkeit und damit die Liefermenge. Sollte es bei
diesen Punkte zu größeren Änderungen kommen, so ist eine Prüfung der
Kalkulation angebracht. Am besten ist es, zusammen mit der Wäscherei
nach Sparmöglichkeiten zu suchen. Oft haben kleine Umstellungen große
Auswirkungen auf die Kosten einer der beiden Vertragsparteien.
5. Lohnwäsche kann günstiger sein.
Als
Lohnwäsche bezeichnet man die eigene Wäsche, die im Lohnauftrag in die
Wäscherei gegeben wird. Der Kauf und die Kosten für das Waschen der
Wäsche pro Kilogramm Schmutzwäsche kann unter Umständen billiger sein
als Mietwäsche.
Punkte die für eine günstigere Wäsche im Lohnauftrag sprechen, sind:
Hier sind allerdings einige Punkte zu beachten: Zum einen muss erst einmal ein leistungsfähiger Lieferant gefunden werden. Danach müssen auch die Punkte Lagerhaltung, Nachkauf, Verschleiß und Austausch als Kosten berücksichtigt werden. Für 95 Prozent aller Hotel- und Gastro-Kunden ist Lohnwäsche darum keine bessere Alternative.
Vertragsgestaltung für Mietwäsche
Wie
bei jeder Vertragsgestaltung gilt es auch bei der Mietwäsche, einige
wichtige Punkte zu beachten. Als Grundsatz gilt: Legen Sie nicht nur
fest, was die Pflichten beider Vertragsparteien sind, sondern auch, was
passiert, wenn diese Pflichten nicht eingehalten werden. Das vermeidet
Streitigkeiten im Fall der Fälle und hilft, implizite Annahmen beider
Vertragspartner vorab sichtbar zu machen, so dass eine Einigung darüber
möglich wird.
Zur Berechnung der Wäscherei-Leistungen empfiehlt es
sich "gelieferte saubere Stück" oder "pro Kilogramm Schmutzwäsche" zu
vereinbaren. So wird nur berechnet, was wirklich verbraucht wurde.
Andere Abrechnungsmodelle sind Pauschalen pro Belegungstag oder pro
Bewohnertag, diese haben für die Wäschereien das Problem, dass sie nur
schwer zu kontrollieren sind. Abzulehnen ist für Hotelwäsche
eine wöchentliche Pauschale pro Umlaufteil. Während dieses Modell für
Berufskleidung das Ideale ist, ist es bei genauer Kalkulation für Bett-
und Tischwäsche oftmals äußerst unvorteilhaft für den Kunden.
Die
Vertragsdauer sollte mit dem Abschreibungszeitraum übereinstimmen,
besonders wenn im Vertrag Klauseln enthalten sind, die zum Vertragsende
wirksam werden. Zumeist sind dies Klauseln, die sinngemäß vom Mieter
verlangen, daß die Wäsche von ihm zum Restwert gekauft wird. Oftmals ist
die Berechnung des Restwertes verklausuliert, das heißt, sie wird zum
Beispiel als x Prozent pro eingesetzte Woche ausgewiesen. Rechnen Sie
aus, wie viele Monate oder Jahre die Wäsche abgeschrieben wird. Als
Faustregel sollte bei Berufskleidung oder Hotelwäsche 36 Monate
angenommen werden, in Fällen mit starker erwarteter Abnutzung eher 24
Monate. Definieren Sie, was Restwerte und was Neuwerte sind und
schreiben Sie diese Zahlen in den Vertrag. So sind sie später vor
unliebsamen Überraschungen geschützt.
Wichtig
bei der Vertragsgestaltung ist, dass Sie regeln, was bei Verlust
passiert. Möglich wäre eine Klausel wie "ein jährlicher Schwund oder
Verlust von x Prozent der durchschnittlichen Ausstattungsmenge ist im
Preis enthalten", bei Überschreitung dieses Schwunds zahlt der Kunde pro
Stück einen vorher festgelegten Preis. Legen Sie auch fest, wie
Bestände ermittelt werden, zum Beispiel durch Inventuren.
Ist das
Angebot genau auf den Betrieb abgestimmt und sind die Fallstricke der
Vertragsgestaltung überwunden, ist Mietwäsche für den Kunden ein
lohnender Service, der viel Arbeit und auch viele Kosten ersparen kann.
Sebastian Schweyen, Dipl. Kfm, MBA, ist Gründer und Geschäftsführer von Waescherei-Suche.de, einem unabhängigen Portal zur Suche von Wäschereidienstleistungen. Das Portal bietet eine einfache, sichere und vollständige überregionale Suche nach Wäschereien für die meisten textilen Dienstleistungen.